Osamas Ende – Abgeknallt, versenkt und vergessen?

Jetzt geben sie Straßenparties, besaufen sich an der „Großtat“ ihrer Killerkommandos und haben ihren Lieblingssong in der Endlosschleife, denn sie haben ihre selbstgezüchtete Nemesis um die Ecke gebracht – nach 10 Jahren angeblich ununterbrochener Suche mit allen Mitteln. Nach der Liquidation wurde er dann – schnell, schnell – ins Meer geschmissen. Nur keine Reste hinterlassen, die eventuell zu einer späteren Überprüfung der offiziellen Version des Tathergangs genutzt werden könnten.

Dass sie mit der Eliminierung ihres Phantoms einen möglichen Märtyrer geschaffen haben könnten, interessiert sie genauso wenig wie ihre nun endgültig gestorbene, seit Jahren dahinsiechende moralische Überlegenheit. Ab sofort dürfen sie schön ruhig bleiben, wenn Libyen, Syrien, Iran, Russland oder China auf die Idee kommen sollten, ihren im Exil lebenden sogenannten „Feinden der inneren Sicherheit“ eigene Killerkommandos auf den Hals zu hetzen.

Es heißt, sie hätten bin Laden angeboten, sich zu ergeben, bevor sie ihm einen Kopfschuß verpassten, aber: wenn man schon die Leiche zwecks Identifikation im Hubschrauber mitschleppt – warum nicht einfach eine Kugel ins Bein? Dann wäre Osama, ob er sich ergeben hätte oder nicht, viel zu beschäftigt gewesen, um sich gegen seine Verschleppung zu wehren und hätte von einem ordentlichen Gericht verurteilt werden können. So jedoch bleibt der bittere Nachgeschmack einer mittelalterlichen Racheaktion, entstanden auch aus der Angst vor eventuell von bin Laden bei seiner Verhandlung enthüllten Homestories mit Cheney und dem Bush-Clan.

Update: Weiterer Lesestoff zum Thema.

4 Gedanken zu „Osamas Ende – Abgeknallt, versenkt und vergessen?

  1. ephemeridenzeit

    Und zu den internationalen Lynchjustiz-Feierlichkeiten applaudieren Angela ‚Engel‘ Merkel und Bundesinnenminister Friedrich ganz laut und freudig. Heißt ihre Definition von ‚Verteidigung der Freiheit‘ doch offensichtlich nichts anderes als Freiheit von lästiger Rechtssicherheit. Und die lieben Öffentlich-Rechtlichen summen im Liquidierungs-Chor mit und niemand fragt, wieso wir einen Internationalen Gerichtshof haben, Internationales Völkerrecht, die Menschenrechte und derlei Petitessen mehr?

    Antwort
  2. Pingback: Ein paar Stimmen zum heutigen Bin Laden Tag

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