Paperblog? Nein, danke!

Da schau an… Gestern trudelte also eine Mail von „Johanna“ in meinen Posteingang. Sie hätte mein Blog entdeckt und würde mich „daher gerne dazu einladen, sich unser Projekt Paperblog anzusehen“.

Eine kurze Suche auf Google nach dem Projekt förderte dann einen ziemlich aufschlussreichen Artikel auf Maingold zutage, dessen Lektüre ich jedem Empfänger einer solchen Einladung nur wärmstens ans Herz legen kann und der mich dann auch zu dieser öffentlichen Antwort auf Johannas Mail veranlasst hat:

Liebste „Johanna“,
zunächst einmal vielen Dank für deine wirklich herzerweichende Mail – auch wenn sie nur aus Textbausteinen bestand, was mich etwas enttäuschte. Denn wenn ein Unternehmen mit meinen Texten Geld verdienen möchte ohne mir etwas dafür zu zahlen, dann erwarte ich doch ein wenig mehr, als eine standardisierte Massenmail – auch wenn an deren ursprünglicher Erstellung wahrscheinlich eine ganze Marketingabteilung beteiligt war.

Du wirst verstehen, liebste „Johanna“, dass ich deine Anfrage hiermit abschlägig beantworten muss. Ich veröffentliche meine Texte nicht, damit sie – wie offenbar bei Paperblog üblich – mit Werbung zugemüllt werden. Und eine kostenlose Rechteübertragung an dein Unternehmen kommt für mich schon gar nicht infrage. Und eines, geschätzte „Johanna“, schlägt dem Fass den Boden aus (du gestattest, dass ich mal aus euren AGBs zitiere):

„2.6 Gemäß Artikel L 121–4 des französischen Gesetzes zum Geistigen Eigentum kann der Blogger der PaperBlog das Recht entziehen, seine Inhalte zukünftig zu nutzen. Der Rückruf der Rechte wird einen (1) Monat nach Bekunden dieses Wunsches seitens des Bloggers wirksam und kann zur Folge haben, dass die PaperBlog Schadensersatz vom Blogger für den ihr durch den Rückruf des Inhalts entstandenen Schaden einfordert.

Ich verstehe das so, werte „Johanna“, dass ich – wenn ich einmal der kostenlosen Verwendung meiner Texte durch dein Unternehmen zugestimmt habe – nur durch Zahlung eines Lösegeldes aus dieser Knebelvereinbarung herauskomme. Soweit korrekt? Gut. Deshalb noch einmal zum Mitschreiben und Abheften – bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist und ich nur noch in der Lage wäre, Paperblog das Recht zur „zukünftigen Nutzung“ meiner Inhalte zu entziehen:

Hiermit untersage ich der Firma Paperblog jedwede Nutzung der von mir auf meinem Weblog gormulus.wordpress.com erstellten Inhalte.

War das verständlich? Sehr schön. Dann wünsche ich dir, liebe „Johanna“, viel Erfolg auf deinem weiteren Wege – auch, wenn ich durchaus bezweifle, dass er von Erfolg gekrönt sein wird. Und ich bitte um Verständnis, dass zukünftige Mails und/oder Kommentare von seiten deines Arbeitgebers automatisch als Spam markiert werden.

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