Guttenberg: Mach’ mal jemand ‘ne Dose Mitleid auf…

Zu Hülf, die Lichtgestalt wird demontiert! Im konservativen Lager rennen sie jetzt herum wie aufgescheuchte Hühner, denn ihr politischer Heiland, ihr Erlöser, ihr Stimmviechgarant wackelt ganz erheblich.

Die Aura der ehrlichen Haut, die kein Blatt vor den Mund nimmt, die das – oft simple – Weltbild des gemeinen CSU-Anhängers eloquent wiederzukäuen in der Lage ist, den Wähler nicht belügt, stets die Bodenhaftung behält, sie schwindet!

Das kann, das darf natürlich nicht sein. Und wie immer in solchen Fällen ähnelt die solchermaßen gekränkte Anhängerschaft einem bockigen Kind, dem man das Lieblingsspielzeug weggenommen hat. Wohlgemerkt: Die Guttenberg-Fanatiker nehmen nicht etwa ihrem Idol übel, dass es doch nicht ganz so ehrlich zu ihnen war, im Gegenteil. Blind vor Wut wird auf den Überbringer der Nachricht eingedroschen, der ach so arme Doktor in Schutz genommen.

Zu Vollpfosten machen sich die selbsternannten Prätorianer des Freiherren endgültig, wenn sie für ihren Schutzbefohlenen das einfordern, was sie “dem Internet” und sonstigen Feindbildern nie zustehen würden: Nachsicht. Die hat er nicht verdient, im Gegenteil.

Wer im Einklang mit den Lobbyisten der Contentmafia und vorsintflutlicher Auffassung von Netzpolitik gegen das Internet hetzt, mit der vollen Absicht, die freie Meinungsäußerung im Web sturmreif zu schießen, der verdient ebensowenig “Gnade” wie der schwulen- und latinofeindliche “Kein-Sex-vor-der-Ehe”-Republikaner-Rechtsaußen, der vor Kameras tränenreich seinen Abschied verkünden muss, weil er seine Geliebte(n) regelmäßig im ansonsten knochentrockenen Ehebett genagelt hat. Und die Wut des rechtschaffenden Studenten ist durchaus angebracht.

Guttenbergs einzige(!) Leistung bestand in der Vorspiegelung eines gewissen Anstands und einer Geradlinigkeit, die unsere derzeitigen Politiker allesamt vermissen lassen. Der Freiherr wollte dem Wahlviech weismachen, er stünde für kompromisslose Ehrlichkeit.

Er hat seine Konkurrenz wie seine Untergebenen in aller Öffentlichkeit mit enorm hohen Maßstäben gemessen (siehe auch: Abwälzung mangelhafter Informationskoordination auf den Generalinspekteur der Bundeswehr, Beurlaubung des Gorch-Fock-Kapitäns ohne vorherige Anhörung) und beschwert sich nun, wenn er selbst an ebendiesen scheitert? Dieses Verhalten würde eher zu einem quengelnden Kleinkind passen.

Und wer jetzt “Hexenjagd” schreit, der ignoriert geflissentlich die Hofberichterstattung, die das CSU-Sternchen monatelang genießen durfte. Ihm ist nur zuteil geworden, was seit Ikarus unzähligen hoch fliegenden Persönlichkeiten widerfuhr: er ist wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

5 Gedanken zu “Guttenberg: Mach’ mal jemand ‘ne Dose Mitleid auf…

  1. Uhrheber

    Meine Meinung zu Guttenberg?
    Ein elitärer Dünnbrettbohrer, der sich einen Doktortitel gekauft hat,
    um als erfolgreicher Macher durchzugehen.
    Volksnah und bodenständig?
    Das hab ich noch keinem Politiker abgekauft.

    Antwort
  2. Pingback: Wann geht Guttenberg endlich? « FabThink

  3. Pingback: Guttenberg: Der Lügenbaron ersäuft im Selbstmitleid | Gormulus

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