dns-ok.de – Aber wir wollen doch nur euer Bestes! Echt jezz!

Der Focus wundert sich also in einem Beitrag über die massive Ablehnung der vom BSI und dem BKA promoteten Dienstleistungsseite “dns-ok.de”, die bei einer Verseuchung des eigenen Rechners durch die Schadsoftware “DNS-Changer” eine Warnung ausspucken und die entsprechenden Tools zur Entfernung des Schädlings gleich mitliefern soll.

Mal ganz davon abgesehen, dass die Seitenadresse “dns-ok.de” die Vertrauenswürdigkeit eines windigen Gratisangebots mit hoher Phishingwahrscheinlichkeit ausstrahlt, ist das Misstrauen nach kleinen und großen Skandalen rund um das BKA und diverse LKAs, um Falschinformationen, fingierte Statistiken und dreiste Lügen sowie simple Unfähigkeit, offenen Verfassungsbruch und wüste Beschimpfungen der Netzgemeinde verständlicherweise auf dem Höhepunkt.

Von Menschen, deren zweite Heimat durch offizielle Stellen seit Jahren mittels widerwärtigster Propaganda und Hetze diskreditiert wird, brauchen unsere Behörden denn auch kein Vertrauen mehr zu einzufordern. Das haben sie längst verspielt.

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BGE? Kommunismus!!!11einself!!!

Der #BPT112 der Piraten hat am Samstag also den Antrag PA284 angenommen und somit wahlweise den Untergang des Abendlandes, den sofortigen Bankrott unseres Landes und/oder die Auferstehung des Sozialismus bzw. Kommunismus heraufbeschworen, wenn man einigen Gegnern des BGE glaubt.

Mal abgesehen davon, dass ein Vergleich des BGE mit Sozialismus und Kommunismus eine Beleidigung unzähliger Opfer dieser Weltanschauungen darstellt, wurde derartig in Richtung der Befürworter beleidigt, gepöbelt und gebrüllt, dass sich wohl einige Unentschlossene eher von den BGE-Gegnern abgestoßen als überzeugt gefühlt haben. Herzlichen Glückwunsch. Euer Auftritt auf dem Bundesparteitag war grandiose Wahlkampfhilfe für die Befürworter. Die peinliche T-Shirt-Aktion hat auch nicht gerade zur Verbesserung des Bildes beigetragen.

Jetzt mal zu den Fakten: wir haben uns für die Aufnahme des BGE ins Wahlprogramm entschieden, aber nicht für eine sofortige Einführung desselben bei erfolgreicher Wahl, sondern:

Dazu wollen wir eine Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag gründen, deren Ziel die konkrete Ausarbeitung und Berechnung neuer sowie die Bewertung bestehender Grundeinkommens-Modelle sein soll. Für jedes Konzept sollen die voraussichtlichen Konsequenzen sowie Vor- und Nachteile aufgezeigt und der Öffentlichkeit transparent gemacht werden.
- PA284 im Antragsportal

Wir haben also beschlossen, dass sich laut unseren Vorstellungen an prominenter Stelle mit dem BGE befasst werden soll. Wenn diese zu bildende Enquete-Kommission dann aufgrund harter Zahlen und einer umfassenden Recherche zu dem Ergebnis kommen sollte, dass alle ihr vorliegenden Modelle nichts taugen, dann ist das auch in Ordnung, aber es wurde sich zumindest mit dem Thema beschäftigt, anstatt es mittels halbgarer Polemiken einfach mal so abzubügeln.

Für die Gegner des BGE heißt das: Anstatt sich jetzt beleidigt in eine Ecke zurückzuziehen und zu schmollen, solltet ihr lieber mal eure Argumente sammeln, Daten und Fakten zusammenkratzen und euch überlegen, wie ihr diese in die Arbeit der Kommission einbringen wollt. Wer es stattdessen vorzieht, das Rumpelstilzchen zu geben und sich gekränkt in seinen Elfenbeinturm zurückzuziehen, um von dort aus weiterzupöbeln (“Leck mich”), der muss sich nicht wundern, wenn seine Meinung bei der Entscheidungsfindung nicht berücksichtigt wird.

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Zum 3. Oktober

Das muss mal raus: Mich kotzen die Politiker, Vordenker und Meinungsführer an, die ihre Hackfressen mit schöner Regelmäßigkeit an diesem Feiertag in irgendwelche Kameras/Diktiergeräte halten und rumlamentieren, wieviel sie doch für die deutsche Einheit getan hätten und dass ohne ihren mehr als bescheidenen Beitrag die Geschichte ganz anders verlaufen wäre.

Wie sich diese aufmerksamkeitsgeilen Blender vor die eigentlichen Protagonisten der “Wende” drängeln, wie sie sich um jedes noch so kleine Stück vom Ruhm prügeln, die rote Diktatur abgeschafft zu haben. Kann dieses Pack nicht einmal, wenigstens an diesem Tag, die Bühne frei machen für die wahren Helden des Untergangs der DDR: die hunderttausenden kleinen Männer und Frauen auf der Strasse, die unter Gefahr für Leib und Leben aufgestanden sind und gezeigt haben, dass sie die Schnauze voll hatten von diesem Staat? Danke.

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Jolly Roger über Berlin!

Glückwunsch, Ladies! Es ist vollbracht, unsere Berliner Kaperfahrer haben mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Wähler die Enterhaken ins Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen geschlagen und sich an Deck geschwungen, wo sie nunmehr Klaus “Red Jack” Wowereit und seinen Spießgesellen das Fürchten lehren werden.

Ein wochenlanger, entbehrungsreicher Wahlkampf liegt hinter den Hauptstadtpiraten und ihren Helfern aus dem gesamten Bundesgebiet. Tausende Plakate wurden angebracht, unzählige Flyer verteilt und viele Bürger über unsere Ziele aufgeklärt. Schlaf war Mangelware.

Und die Mühen wurden mehr als belohnt. Voraussichtlich 8,9% holten die Berliner Piraten, insgesamt 15 Sitze im Abgeordnetenhaus wurden piratisiert, ebenso zahlreiche Sitze in den einzelnen BVVs.

So bleibt mir nur, den Hauptstadtpiraten und den angereisten Helfern aus der Ferne für ihre Mühe und Hingabe, den Wählern aber für ihr Vertrauen in eine von vielen belächelte “Splitterpartei” zu danken. Ohne euren Wind in unseren Segeln wäre dieser Erfolg unmöglich gewesen.

Jetzt gilt es: ab in die Wanten und durch die Untiefen der innerparlamentarischen Opposition lavieren. Vorher sei jedoch noch ein kleines Tänzchen erlaubt… ;)

* Artikel reichlich übernächtigt und mit nem übelsten Brummschädel zusammengeklöppelt… ;)

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Dem soll die Hand verdorren…

… der diese Spende annimmt. So oder ähnlich könnte das Paradigma lauten, das von einigen Schreihälsen vor sich hergetragen wird, wenn es um die jüngste, größere Zuwendung einer Softwarefirma an die Piraten geht. Da wird vom drohenden Piratenuntergang schwadroniert, weil eine Beeinflussung des Vorstandes beziehungsweise der gesamten Partei nicht nur für möglich gehalten, sondern als unausweichlich bezeichnet wird.

Die genannte Firma hat also angeblich Softwarepatente eingereicht und steht damit unserem Anspruch auf Abschaffung von Softwarepatenten entgegen. So what? Wenn die der Meinung sind, sie müssten einer Organisation Geld in den Rachen werfen, die munter an einem der Firmengeschäftsfelder sägt, dann sind sie selbst schuld.

Anders ausgedrückt: würde e.on eine Großspende an Greenpeace richten, könnte Greenpeace sich natürlich selbst zerfleischen. Oder sie könnten mit dem Geld die nächste publikumswirksame Plakatabseilaktion am Meiler Isar II finanzieren und im Anschluß ordentlich einen heben gehen.

Daß sich die Partei zu ihrer Spendenpraxis extra von Transparency International hat beraten lassen und deren Vorschläge übernahm, ist unseren Dogmatikern egal. Auch vergessen diese Leute in ihrer Raserei ein wichtiges Detail: jedwedes Lavieren, jegliche Abweichung von unseren Zielen und Beschlüssen durch den Vorstand wird wie in keiner anderen politischen Vereinigung in diesem Land sofort von der Basis registriert und aufs Härteste abgestraft.

Unsere Nulltoleranzler unterstellen also nicht nur dem Vorstand die sofortige Korrumpierung bei Spendenannahme, sondern auch der Basis völlige Unfähigkeit bei der Kontrolle unserer Parteihäuptlinge und springen somit brav über das ihnen von SPDlern und Linken zwecks Ablenkung hingehaltene Stöckchen. Fein gemacht.

Desweiteren zieht die hämische Bemerkung der Hauptstadtpiraten, der Bund hätte sich wohl besser die Berliner Spendenobergrenze auferlegt hier nicht. Denn eines ist sicher: selbst wenn die Spende nur 10.000 Euro betragen hätte, wäre der Vorstand dem Shitstorm nicht entgangen, denn es geht den Rageguys nicht um die Höhe, sondern um die Tatsache, dass überhaupt Spenden angenommen wurden.

Was mir im übrigen bei allen Antispendentwitterflamern gefehlt hat, ist ein schlüssiges Konzept zur Spendensammlung im großen Stil im Vorfeld von Großprojekten. Wenn wir ab sofort also nur noch Spenden von realen Personen – und auch da nur beschränkt (!!!!!!1einself1!!) – annehmen dürfen, wie wollen wir dann zukünftige Volksentscheide, Volksbegehren, Petitionen, bzw. die entsprechenden Werbemaßnahmen finanzieren? Ist nämlich alles andere als billig.

Wenn ihr also mit eurem Bashing fertig seid, liebste Dogmatiker, erwarte ich – statt konfusem Herumgeeiere – Antworten auf oben genannte Frage. Denn sonst – bei allem Verständnis – kann ich euch nicht mehr ernst nehmen.

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Spreng und die “Anonymitätsseuche” – U r doing it wrong, Michael.

YOU'RE DOING IT WRONG!
see more Lolcats and funny pictures, and check out our Socially Awkward Penguin lolz!

Michael Spreng hat sich also Kraft seiner Wassersuppe über Anonymität im Netz aufgeregt und diese gewohnt markig als “Seuche” verunglimpft. Er zieht über die anonymen Tippgeber und Rechercheure der Plagiatswikis her, die sowohl unseren ehemaligen Verteidigungsminister als auch Edmund Stoibers Tochter Veronica Saß sowie das FDP-Sternchen Silvana Koch-Mehrin und deren Parteikollegen Georgios Chatzimarkakis ihre mutmaßlich ergaunerten Doktortitel kosten werden.

Mit seiner Polemik bedient der bloggende “Sprengsatz” einmal mehr das Stereotyp vom ach so bösen User im dunklen Kämmerlein, dessen einziger Lebensinhalt darin besteht, unbescholtenen Menschen zu schaden. In diesem Falle mal nicht durch irgendwelchen Datenklau oder Mobbing, sondern durch ganz schlimmes anonymes Denunzieren honoriger Bürger.

Herr Spreng fordert denn auch den “Kampf mit offenem Visier” und auf Augenhöhe und stellt sich sofort als leuchtendes Vorbild hin:

“So verhielt ich mich auch als Journalist. Schon mit 20 entlarvte ich lieber einen Immobilienbetrüger, als mich durch 15.000 Mark davon abhalten zu lassen. Und während meiner Springer-Zeit wurde zweimal wegen Geheimnisverrat gegen mich ermittelt.”

Sehr mutig, wirklich. Wie aber schon ein Kommentarschreiber anmerkt:

“bei allem Respekt, aber mit der Springer-Rechtsabteilung im Rücken lass ich mich auch gerne wegen Geheimnisverrat verklagen.”

Unser mutiger Journalist hatte – bei allem Ungemach, die ihm diese Ermittlungen sicher bereiteten – immer eine Schar Rechtsanwälte hinter sich, die sich der kleine Mann, der einen Mißstand aufdecken möchte, im Zweifel nicht leisten kann.

Anonym != Pseudonym

Ein weiterer Fehler des sprengschen Rants wider die gesichtslosen Petzen ist die Verwechslung von Anonymität und Pseudonymität. Wer sich “anonymes” Posten von Inhalten im Netz ansehen will, der kann eine kleine Tour durch die verschiedenen Imageboards machen. Dort kann man den Urheber eines Beitrags und seine Kommentatoren nicht auseinanderhalten, denn beide sind als “Anonymous” – oder von mir aus auch als “Bernd” unterwegs. Hier haben wir Anonymität in Reinkultur, das Aufgehen in einer gesichtslosen Masse.

Die ursprüngliche Intention des Beitrags war denn wohl auch die wüste Schmähung von pseudonymen Veröffentlichungen im Netz, speziell der Arbeit der Plagiatsjäger, die – laut Spreng – wohl kein Recht auf Schutz der eigenen Person vor Nachstellung durch weit überlegene Interessengruppen (hier: die Parteiapparate der beim Plagiieren erwischten Ex-Doktoren) haben.

Pseudonyme im Netz sind keine Wegwerfidentitäten, sondern Ersatzpersönlichkeiten, die über einen längeren Zeitraum aus ganz unterschiedlichen Gründen aufgebaut und gepflegt werden – ähnlich wie das Pseudonym eines Buchautors.

Journalisten waren mal Gatekeeper

Deal with it. Informationslieferanten scheinen laut Herrn Spreng nur das Recht auf Anonymität zu haben, wenn sie ihre Schmankerl brav in seinem toten Briefkasten abladen, sich ansonsten aus der Chose raushalten und darauf hoffen, dass sich ihro Gnaden dazu bequemt, aus dem Material eine Geschichte zu stricken.

Diese Art des Informationsflusses war spätestens dann passé, als neben der “Totholzpresse” die ersten leicht zu bedienenden Tools zur Veröffentlichung von Nachrichten zur Verfügung standen. Ein Zurück wird es nicht geben, auch wenn Sprengs ehemaliger Arbeitgeber die Zeit am liebsten zurückdrehen würde. Der Zug ist abgefahren.

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Wir werden alle sterben – echt jezz!

Manch ein Pirat sieht ja schon den Untergang des Abendlands heraufziehen, nur weil wir uns in unserer Partei ein paar widerborstige Pflänzchen herangezüchtet haben. Da wird auf Mailinglisten die Parteiausschlusskeule bemüht und in Private Messages wüst vom Leder gezogen, weil sich die Spackeria als ganz böse Medienhuren angeblich einen Teil der ausschließlich für die Piraten reservierten Aufmerksamkeitsspanne geklaut hätten. Lächerlich.

Und die vielerorts befürchtete und teilweise eingetretene Gleichsetzung der Post-Privacy-Ideologie unserem Parteiprogramm ist nicht das Resultat irgendeiner perfiden Marketingstrategie der Datenschutzkritiker, sondern vielmehr das Ergebnis grottenschlechter Recherche, Zuspitzung und Schlagzeilensuche seitens der Medien.

Wer nun befürchtet, die Partei würde durch diesen kleinen ThinkTank irreparabel geschädigt, überschätzt die Schlagkraft dieses Häufleins grandios. Im übrigen bin ich auch nicht Mitglied der Piraten geworden, um – wie zu Erichs Zeiten – rings um mich herum nur Leute mit der gleichen Meinung anzutreffen.

Der “Nachteil”, den man uns von allen Seiten andichtet – dass wir uns auf Parteitagen regelmäßig zerfleischen würden – ist mir allemal lieber als der Einheitsbrei bei anderen Veranstaltungen, auf denen ein einziger Kandidat eine Zustimmung von 90+ Prozentpunkten erhält und eine Wahl mit echten Alternativen als “Kampfkandidatur” verunglimpft wird.

Abschließend habe ich noch ein Töpflein mit musikalischen Weisheiten für euch (man muß das Rad ja nicht immer neu erfinden), die ihr euch in einer ruhigen Minute einmal zu Gemüte führen solltet – und wenn ihr danach immer noch der Meinung seid, das Ende aller Tage sei nahe, dann geht halt sterben. Echt jezz.

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Osamas Ende – Abgeknallt, versenkt und vergessen?

Jetzt geben sie Straßenparties, besaufen sich an der “Großtat” ihrer Killerkommandos und haben ihren Lieblingssong in der Endlosschleife, denn sie haben ihre selbstgezüchtete Nemesis um die Ecke gebracht – nach 10 Jahren angeblich ununterbrochener Suche mit allen Mitteln. Nach der Liquidation wurde er dann – schnell, schnell – ins Meer geschmissen. Nur keine Reste hinterlassen, die eventuell zu einer späteren Überprüfung der offiziellen Version des Tathergangs genutzt werden könnten.

Dass sie mit der Eliminierung ihres Phantoms einen möglichen Märtyrer geschaffen haben könnten, interessiert sie genauso wenig wie ihre nun endgültig gestorbene, seit Jahren dahinsiechende moralische Überlegenheit. Ab sofort dürfen sie schön ruhig bleiben, wenn Libyen, Syrien, Iran, Russland oder China auf die Idee kommen sollten, ihren im Exil lebenden sogenannten “Feinden der inneren Sicherheit” eigene Killerkommandos auf den Hals zu hetzen.

Es heißt, sie hätten bin Laden angeboten, sich zu ergeben, bevor sie ihm einen Kopfschuß verpassten, aber: wenn man schon die Leiche zwecks Identifikation im Hubschrauber mitschleppt – warum nicht einfach eine Kugel ins Bein? Dann wäre Osama, ob er sich ergeben hätte oder nicht, viel zu beschäftigt gewesen, um sich gegen seine Verschleppung zu wehren und hätte von einem ordentlichen Gericht verurteilt werden können. So jedoch bleibt der bittere Nachgeschmack einer mittelalterlichen Racheaktion, entstanden auch aus der Angst vor eventuell von bin Laden bei seiner Verhandlung enthüllten Homestories mit Cheney und dem Bush-Clan.

Update: Weiterer Lesestoff zum Thema.

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Aus gegebenem Anlass…

… und weil die “alte Tante” SPD in Sachen Sarrazin und Sozialdarwinismus anscheinend beratungsresistent ist (mehr ist zu diesem Trauerspiel momentan auch nicht zu sagen):

Quelle: Wikipedia, ursprünglich Bundesarchiv, Bild 102-16748. (Lizenz: CC-BY-SA)

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“PostPrivacy”: Vergesst mal Staat, Einbrecher und Stalker, was ist mit Opa Hubert?

Jeder kennt ihn, jeder hat so einen als Nachbarn: Erbsenzähler, Flur- und Straßenblockwarte, Gartenzwerggrößenvermesser und Just-For-Fun-Gerichtscamper. Der Einfachheit halber geben wir diesem Menschenschlag mal ein Gesicht in Gestalt des “Opa Hubert”.

Opa Hubert war früher mal ein recht umgänglicher Mensch, aber seit die Kinder aus dem Haus und seine Gertrude unter der Erde ist, hat unser Opa einen leichten Knacks. Um sich von seiner Einsamkeit abzulenken, hat er sich eine schwere Bürde auferlegt: wieder Zocht und Ordnung in seine Straße zu bringen.

Denn es kann ja nicht angehen, dass der Bürgersteig ständig zugemüllt wird (Zwei Kaugummipapiere pro Tag! Eine Katastrophe!), Fräulein Wiese von nebenan ihren Köter im öffentlichen Park ausführt, so dass man bei jeder Gelegenheit in die Hundscheiße tritt (Opa Hubert war zwar zuletzt vor 15 Jahren zusammen mit Gertrude im Park, und seinen letzten Hundehaufen hat er vor 20 Jahren gesehen, aber man weiß ja, dass dieses Viehzeugs ständig und überall die Wege zukackt!), und dann noch dieses asoziale Pack von nebenan! Schon um 14:59 dröhnt die Musik und weckt ihn aus seinem wohlverdienten Nickerchen, obwohl die Mittagsruhe bis 15:00 geht! Steht alles in der Hausordnung, Opa Hubert besitzt sie in mehrfacher Ausführung – gerahmt an der Wand und abgeheftet in den Akten. Wobei er in all seiner Akribie vergessen hat, einfach mal zu prüfen, ob seine Uhr nicht eventuell einen kleinen Tick nachgeht.

Opa Hubert geht jeden Tag auf Patrouille. Dutzende “Falschparker” hat er schon zur Anzeige gebracht, penibelst misst er den Abstand der abgestellten Vehikel zum Bürgersteig und zur nächsten Kreuzung. Ordnung muss sein! Er kennt jedes Gesetz, jedes Ordnungsblatt, sämtliche Paragraphen – und hat von seinem Wissen bereits unzählige Male Gebrauch gemacht. Bei seinen Nachbarn heißt er nur noch “Terroropa”, aber das stachelt ihn eher an, als dass es ihn zum Nachdenken bringt.

Nachdem wir unseren freundlichen, erbsenzählenden Nachbarn nun also in groben Zügen umrissen haben, stellt sich die Frage, die mir keiner unserer Post-Privacy-Apologeten zufriedenstellend beantworten konnte: was passiert, wenn solch ein “Terroropa” sich irgendwann in die Materie eingearbeitet hat, virtuos mit Facebook, Twitter und sonstigen Social Networks umgehen kann (ja, auch unsere Generation wird mal in die Jahre kommen!) und die dort veröffentlichten – und öffentlichen(!) -  Daten dann nutzt, um seine Umgebung wieder auf Linie zu bringen? Der gemeine “Post-Privacy-Spacko” weiß im Zweifel nicht, dass in seinem Viertel (auf Initiative von Opa Hubert übrigens!) ab 22 Uhr Nachtruhe herrscht. Und er mag Glück haben, dass Opa Huberts Fotoapparat nachts eher mäßige Beweisfotos von der Party schräg gegenüber im Spackenloft geliefert hat. Dafür aber sind die Facebook-Updates, Bilder und Handyvideos umso deutlicher – alle mit Orts- und Zeitangabe gepostet, getaggt und einzelnen Partyteilnehmern zugeordnet. Ein Eldorado für unseren Opa. Und es gäbe sicher noch dutzende weitere Anwendungsfälle, denn der Phantasie unseres Freizeitblockwarts sind sicher keine Grenzen gesetzt.

Update: Mehr Lesestoff zum Thema.

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